Podcast: Sonderserie über Social Media – der Innovationsberater Nils Jeners (de)

Wie startet man am besten eine Social-Media-Kampagne auf LinkedIn, dem beruflichen Netzwerk. Nils Jeners ist freiberuflicher Innovationscoach und -berater. Und er macht den Auftakt zu meiner neuen Sonderserie „Social Media“ in meinem Podcast „Designed Innovation“.

Der Podcast erscheint regelmäßig mit einer neuen Episode. Neben dieser deutschsprachigen Version wird parallel auch eine englischsprachige Version veröffentlicht. Immer im Wechsel gibt es eine Kolumne oder ein Audiolexikon.

Dies ist eine Sonderserie zum Thema Social Media. Insgesamt wird es 14 Folgen geben. In Folge 1 ist Nils Jeners der Interviewpartner:

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Der Reiz von LinkedIn

An LinkedIn reizt mich die Vernetzung mit Gleichgesinnten, ich sehe es nicht in erster Linie als Verkaufstool, also dass ich Kontakt zu meinen Kunden dort aufbauen kann, das ist ein Nebeneffekt, sehe ich aber gar nicht als so wichtig, das passiert halt nebenbei. Sondern viel wichtiger finde ich den Austausch mit Experten die Dinge genauso machen oder anders machen, um auch Perspektiven austauschen zu können, dadurch dass ich freiberuflich und alleine arbeite ist das für mich auf LinkedIn letztendlich so ein erweitertes Team auch.

Ich habe mich irgendwann, keine Ahnung, 2007 oder so mal angemeldet, habe das aber so genutzt wie es vielleicht auch gedacht wurde, einfach nur mit einem Profil und das war es, und dann mich mal ab und zu mit Bekannten vernetzt, und mehr auch nicht genutzt. Und stärker dazu gekommen bin ich tatsächlich durch meinen ehemaligen Chef der gesagt hat wir sollten da ein bisschen aktiver werden, und der hat gesagt einmal die Woche sollten wir was schreiben. Und da habe ich mir gedacht, ja, Mensch, einmal die Woche, versuche es doch mal jeden Tag, und das habe ich dann Anfang 2020 gemacht, jeden Tag was zu schreiben außer am Wochenende, und dabei bin ich dann geblieben, weil ich auch den Effekt gesehen habe. Also weil ich gesehen habe wie stark ein Netzwerk wachsen kann, ich bin damals von, keine Ahnung, 800, 900 Kontakten auf über 4.000 Follower angewachsen, mittlerweile Follower, nicht mehr Kontakte, und diesen Netzwerkzuwachs den finde ich einfach spannend, weil damit einhergehend natürlich auch ein riesen Austausch stattfinden kann.

LinkedIn als Austauschplattform

Der Austausch auf LinkedIn findet letztendlich erstmal durch die Posts statt, das heißt durch die Posts, ja, erzeugt man Aufmerksamkeit was man macht, wofür man steht, und der, der wesentliche Austausch mit diesen anderen Experten findet natürlich dann nicht mehr auf LinkedIn statt, sondern man chattet sich zwar hin und her, aber verabredet sich dann mal zum virtuellen Kaffee, halbe Stunde und spricht dann über diverse Themen. Das ist letztendlich, LinkedIn ja nur als Vernetzungstool, aber nicht als Austauschplattform gedacht, aber ohne LinkedIn würde dieser Austausch gar nicht stattfinden können, das stimmt schon.

Letztes Jahr habe ich das mal versucht, jeden Tag ein Gespräch zu machen, eine halbe Stunde, das hat auch im Schnitt ganz gut funktioniert, bestimmt über mehrere Monate, das habe ich jetzt ein bisschen zurückgefahren aufgrund der zeitlichen Belastung, vielleicht jetzt ein bis dreimal die Woche solche Gespräche. Und das ist dann mit ebenfalls freiberuflichen Beratern, gar nicht unbedingt immer im Innovationsbereich, teilweise mit Innovationshäusern, Agenturen oder mit Menschen die halt im Unternehmen arbeiten in diesem Bereich.

Es ist eher so ein Abchecken, wo, wohin geht der Markt, wie sind so die Trends, was machen andere, das sind eher so kleine Signale, als dass jetzt da was überraschendes ist. Also ich frage, wenn, wenn Leute eine Führungsposition im Bereich Innovation haben frage ich natürlich schon wie arbeiten, wie ist die Abteilung aufgebaut, das ist für mich Wissen letztendlich was ich generieren kann, was, was in keinem Textbuch steht. Das ist für mich hilfreich, aber das ist jetzt nichts, nichts überraschendes oder weltbewegendes, aber dadurch kriegt man natürlich ein viel besseres Gefühl wie die, ich sage mal in Anführungsstrichen Industrie dann arbeitet.

Art der Aktivität auf LinkedIn

Wie mache ich das konkret, ja, es braucht, braucht halt irgendwie so ein, so ein Startpunkt um einen Post zu schreiben, das ist manchmal eine fixe Idee, manchmal kommt das aus so virtuellen Cafés mit anderen, manchmal halt vom, vom täglichen Arbeiten mit Kunden oder halt alleine etwas erarbeiten. Dann fällt einem ein, oh, das ist ein, ist ein postingwertes Inhaltsstück, und dann muss das halt nochmal als, als Posting erarbeitet werden, weil man kann das nicht einfach so raus posten so wie ich es dem Kunden schreibe, sondern man muss es halt in irgendeine Klammer setzen oder so eigenständig machen, dass es halt auch funktioniert. Und ich habe mit verschiedenen Inhaltstypen experimentiert, nur Text, Text mit Bildern, diese Karussells, habe auch schon mal Videos gemacht, und für mich ist letztendlich der, der Workflow der wichtigste, also ein effizienter Workflow. Das Posting muss schnell gemacht und schnell raus sein, lange Videos kann ich eigentlich nicht produzieren, weil ich das halt neben der Arbeit mache und versuche jeden Tag eins zu machen, und wenn so ein Posting eine halbe Stunde dauert dann ist das halt Zeit, und je kürzer desto besser.

Also konkret arbeite ich mit Canva, ich habe vorher mit Keynote von, von Apple gearbeitet, das kann man auch als Pdf exportieren und dann hochladen, Canva ist halt interessant, weil es alles online ist und sofort in LinkedIn auch postbar ist und sogar terminierbar. Und das ist für mich ganz gut, teilweise mache ich im Urlaub dann auch Pause, teilweise geht es aber dann auch durch, dass Canva für mich automatisch dann eine oder zwei Wochen postet und ich die Artikel vorgearbeitet habe. Und ich habe da meine Templates drin, meinen Style letztendlich mit Farben und Schrift, und dann brauche ich es nur runter schreiben und dann ist es auch fertig.

Je nachdem wie reif diese Idee ist, manchmal braucht es eine interessante Grafik dazu, dann denke ich da über einen Post mal mehrere Tage nach bevor der reif ist, manche schreibe ich tatsächlich und schicke sie dann gar nicht ab, weil ich sie auch blöd finde am Ende, weil die fixe Idee dann doch nicht funktioniert, es ist sehr unterschiedlich wie lange ich für Posts brauche. Manchmal ist es eine Idee und bis zum Post sind es dann nur fünf Minuten, dann bin ich fertig, manchmal liegt die Idee im Kopf oder irgendwo auf dem Notizzettel auch mehrere Wochen, und geht dann unter Umständen gar nicht raus, also das ist sehr unterschiedlich. Auch den Vorlauf den ich habe, manchmal habe ich gar keinen Vorlauf, dann muss ich morgens was posten, in Anführungsstrichen muss ich, muss ich ja eigentlich nicht, manchmal, manchmal überspringe ich dann auch einen Tag. Manchmal habe ich, vor Weihnachten hatte ich zum Beispiel den ganzen Dezember tatsächlich voll, weil ich mich einmal hingesetzt habe und gesagt habe, ich habe Zeit, mache das jetzt und dann war es, bis vor Weihnachten war es gesetzt, dann hatte ich, zweieinhalb Wochen hatte ich Vorlauf.

Im Wesentlichen habe ich nur eine Vorlage, also vom Stil her sieht die gleich aus, ich habe nur drei unterschiedliche Farben, die ich in irgendeiner Weise wechsle, das ist zufällig, so dass es nicht immer gleich aussieht, aber der, der Stil ist, also oder die Struktur ist eigentlich immer identisch, deswegen unterscheide ich da nicht. Es gibt natürlich textlastigere Postings und grafiklastigere Postings, aber selbst da würde ich eigentlich nicht unterscheiden, also ich nehme die Vorlage von dem Text und mache den Text weg und mache eine Grafik rein, dann, dann sieht es halt anders aus. Aber es ist nicht so, dass ich da einem System folge, dass ich montags nur Motivationsposts habe und dienstags nur Ausbildungsposts, das stimmt nicht, also das ist so wie es mir in den Sinn kommt und so wie auch ich sage mal die Impulse von meiner täglichen Arbeit kommen.

Ich weiß nicht wie sehr das gelesen wird, also ob es ich sage mal die Ein-Satz-Kachel ist die mit dem Publikum resoniert oder tatsächlich der längere Text der diesen einen Satz erklärt, das weiß ich gar nicht. Also das kann man, so viel wird auch da nicht kommentiert, dass man das irgendwie rauslesen könnte, ich experimentiere damit, aber aufgrund der Zeit schreibe ich nicht riesen Texte. Also man kann ja, weiß ich nicht, 1.000 Zeichen oder so schon bei LinkedIn schreiben, ich glaube ich habe das noch nicht ausgereizt, das ist für mich dann eigentlich drei, vier Absätze mit ein, zwei Sätzen, mehr wird das nicht, um das was ich auf dieser Kachel habe zu erklären. Ob, ob diese Texte gelesen werden, wie gesagt, weiß ich gar nicht, ich empfinde das auch als lästige Arbeit muss ich sagen, also diesen Text darüber zu schreiben, ich bleibe da lieber im Unklaren und lasse Interpretationsspielraum also mich da groß zu erklären. Ich habe es natürlich mal probiert, aber jetzt heute habe ich einen Post wo gar kein Text drüber steht, also wobei da habe ich jetzt auch keinen, keine Ein-Satz-Kachel, sondern ein Text im Karussell gemacht, und, ja, damit experimentiere ich jetzt, das sind dann im Wesentlichen kürzere Texte die keiner Erklärung bedürfen.

Art der Interaktion

Mit Call to Action Elementen habe ich mal experimentiert, ich finde das eher, eher plump würde ich sagen, also kommentiere hier oder mache ein Herzchen wenn du das findest, finde ich ziemlich plump, auch Call to Action wie wenn du das runterladen möchtest oder wenn du das Dokument haben willst kommentiere mit XYZ, finde ich eigentlich plump, wirkt aber, ich verkneife mir das aber meistens.

Immer höflich neutral, also Kommentare lese ich alle tatsächlich, auch nicht immer sofort, drauf antworten mache ich seltener, ab und zu, wirklich in eine Diskussion einsteigen eigentlich gar nicht. Also wenn, wenn Leute etwas kritisieren sage ich danke für die Perspektive, kann man auch so sehen oder wie auch immer, mich hat auch einer mal angegriffen, dass das unangemessen war, das, da war ein ich sage mal Interpretationsspielraum, es ging um Triage den man auch mit Corona in Zusammenhang sehen kann, den fand er un-, unzulässig weil es ja auch um, um Leid von Menschen geht. Habe ich gesagt, ja, tut mir leid, so habe ich das nicht gemeint, das kann jeder so sehen, aber wirklich in eine Diskussion einsteigen möchte ich da nicht. Ich hatte mal oder mehrfach schon Leute die sich wirklich bekriegt haben unter meinen Kommentaren, da mische ich mich nicht ein, A habe ich nicht so viel Zeit, B bringt das mir nichts.

Ich finde, finde die Diskussionen wertvoll, also ich sage nicht, dass es, dass ich es blöd finde, aber ich möchte mich da nicht einmischen, und unterschiedliche Perspektiven geben ja auch den Lesern mehr Inhalte und interessante Informationen denke ich, wie Menschen das unterschiedlich interpretieren können, aber ich muss da jetzt keine Position beziehen.

Wichtige Erkenntnisse über LinkedIn

Bei LinkedIn ist es erstaunlich, es ist ja ein Business Netzwerk, aber je weniger Grips du in einen Post steckst, desto erfolgreicher wird es, ist so meine Daumenregel, die intelligenten Dinge die resonieren nicht so, die witzigen Dinge die man ganz schnell aus dem Ärmel schüttelt die funktionieren sehr gut. Und die die nichts mit Business zu tun haben, funktionieren vielleicht sogar am besten, wobei man da natürlich aufpassen soll, wenn man nur noch sowas postet wird man ganz schnell auch entfollowed sozusagen, weil das mögen die Leute auch nicht, also ich glaube die Mischung macht es. Wenn man so auf Blogs liest dann, dann sollen natürlich Videos gut funktionieren, diese Call to Actions, wenn du dieses Dokument haben willst funktionieren halt auch gut. Ich würde mal sagen, ja, ich weiß gar nicht wie ich das nennen soll, diese Icon Umfragen die funktionieren halt sehr gut, also wo jedes Icon für eine bestimmte Antwort steht, weil da damit beantwortet oder damit liked man natürlich den Post, und damit wird der auch dann wieder gepusht. Aber auch normale Umfragen funktionieren gut, das hängt sicherlich maßgeblich von dem Algorithmus ab den LinkedIn da implementiert hat, welche Content Typen sie pushen wollen, und man weiß, dass es Video auf der eigenen Plattform ist, und dass es Umfragen sind und die funktionieren auch sehr gut, aber man weiß nicht wie lange. Und ich hatte, ich mache das jetzt seit Anfang 2020, währenddessen hat LinkedIn einmal den Algorithmus umgestellt, und man hat das sehr stark gemerkt. Also ich hatte vorher Likes zwischen 100 und 200 bis 500 im Schnitt, und auf einmal hatte ich nur unter 100, so 40, 50, und ich habe an meinem Content nichts geändert, und mir sind auch nicht 100 Leute abgesprungen oder ähnliches, sondern es lag einfach daran, dass LinkedIn entschieden hat die, die Content, den Content anders auszuspielen.

Dann können die Leute natürlich folgen, ohne dass Du zustimmst, ja, also das, das passiert einfach, die Leute folgen dir ohne, dass du zustimmst, sollen sie machen, dafür, dafür mache ich das ja letztendlich auch. Es gibt aber auch natürlich Leute die dir Kontaktanfragen schicken, wo du dann zustimmst und dann auch zurück schreibst und sagst, ja, vielen Dank für die Vernetzung, also ich schreibe auch jedem dann zurück, vielen Dank für die Vernetzung, ich freue mich auf den Austausch, so ganz unverbindlich, ganz offen, und da kommt dann nichts zurück. Und da frage ich mich dann schon warum wollten die sich mit mir vernetzen, dann können sie mir auch folgen, manchmal kommt dann zurück, ja, super, nett, danke und dann passiert auch nichts, und manchmal kommen dann tatsächlich diese virtuellen Cafés. Und 2020 habe ich das sehr offensiv gemacht, da habe ich auch mit Leuten aus Australien, Afrika und überall gesprochen, Indien, das ist nett, das bringt aber am Ende auch wenig, also das, da habe ich mit jemandem gesprochen der eine Safari in Afrika aufbaut, das ist spannend aber das bringt mich beruflich nicht weiter. Viel besser sind natürlich Kontakte in Europa oder noch besser vielleicht sogar in Deutschland, weil das natürlich dann A Kooperationspartner werden oder B natürlich auch Kunden werden können. Aber tatsächlich Menschen die eine Kontaktanfrage schicken und dann nicht zurück schreiben oder, oder gar nicht interagieren, das verstehe ich tatsächlich nicht.

Inspirationen für die Social-Media-Arbeit

Also der Master of Social Media ist sicherlich Gary We, Gary Vaynerchuk, der macht oder nutzt Social Media sicherlich optimal, da gibt es einige andere kleinere die ich jetzt gar nicht so empfehlen würde, aber von Gary We kann man sich ein bisschen was abschauen.

Tipps zum Starten

Ein Social Media Starter Mindset Tipp ist einfach machen, wirklich starten mit der Plattform wo man Bock drauf hat, und dann das ausprobieren wo man glaubt, dass das funktioniert oder was man sich von anderen Menschen abgeschaut hat. Ein Tipp für eine Plattform würde ich gar nicht geben, weil das ist sehr unterschiedlich was man für ein Ziel hat, also wenn ich beruflich weiterkommen will sicherlich LinkedIn, wenn ich künstlerisch weiterkommen will vielleicht Instagram oder TikTok, das ist sehr offen. Das kann man sicherlich auch umdeuten, aber einfach anmelden, gucken was andere machen, das ich sage mal versuchen zu imitieren, auszuprobieren und dann seinen selben, seinen eigenen Stil zu finden.

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