Podcast: Tim Krasenbrink über Markenbotschafter bei Social Media (de)

Wie man Markenbotschafter aufbaut, erklärt Tim Krasenbrink im Podcast "Designed Innovation".
Wie man Markenbotschafter aufbaut, erklärt Tim Krasenbrink im Podcast "Designed Innovation". - Foto: canva.com/stroisch.eu

Episode 10 // Wie baut man einen Markenbotschafter auf? Tim Krasenbrink verrät seine Tipps. Dies ist eine neue Folge der Sonderserie „Social Media“ in meinem Podcast “Designed Innovation”.

In meinem Social-Media-Spezial lasse ich in 14 Folgen verschiedene Menschen rund ums Social Media zu Wort kommen. Und in dieser Sonderfolge spreche ich mit Tim Krasenbrink.

Tim Krasenbrink ist Gründer der Agentur Elevaty. Sie bieten Dienstleistungen rund um Social Media. “Customer is like People not Brands”, ist sein Credo.

Und dies ist nun der vierte Teil dieser Serie, in diesem Fall die deutschsprachige Version. Es gibt 14 Tage später dazu auch noch eine englischsprachige Übersetzung.

Hier ist die Zusammenfassung des Interviews mit Tim Krasenbrink:

Beginn der Transkription:

Welche Bedeutung Social Media für Tim hat

Beruflich muss man natürlich für mich unterscheiden was ich persönlich beruflich mache, sprich als Personal Brand. Ich habe natürlich den Vorteil, mich mit Kunden zu vernetzen, neue Kontakte und Partner zu finden. Wir beide haben uns ja auch über LinkedIn connected. Das heißt, dafür ist Social Media für mich extrem relevant. Ich nutze vor allem LinkedIn dafür, um mich selbst mit anderen Persönlichkeiten zu connecten, beim Personal Branding zu optimieren, Kunden zu akquirieren, mit meinen Geschäftspartner in Kontakt zu bleiben. Und natürlich auch privat habe ich einen starken Bezug zu sozialen Medien. Ich bin als Digital Nativ damit aufgewachsen, und den großen Vorteil den ich vor allem in sozialen Medien in privater Hinsicht sehe ist, dass soziale Medien allgemein die ganze Kommunikation heutzutage viel schneller und zugänglicher und transparenter machen. Früher musste man warten bis die Zeitung erstmal gedruckt wurde und am nächsten Tag beim Bäcker lag, und heute kann man innerhalb von einer Sekunde sämtliche Themen rausposaunen, und nicht nur, dass die großen Pressehäuser, Verlage et cetera das kommunizieren können, sondern jeder als Privatperson auch.

Das heißt, das demokratisiert in gewisser Weise verstärkt unsere Gesellschaft, in Deutschland sind wir schon ziemlich demokratisiert, in anderen Ländern ist es vielleicht noch ein viel größerer Vorteil, dass jeder Mensch seine Meinung publizieren kann, dass Minderheiten ein Gehör finden. Was im Umkehrschluss aber auch natürlich eine große Gefahr ist, wenn zum Beispiel Verschwörungstheorien in Zeiten von Corona et cetera publiziert werden. Ich glaube, diese Bedeutung von sozialen Medien in beruflicher Hinsicht letztlich bringt auch noch unfassbar viel Potenzial für Unternehmen, es ist sehr, sehr spannend und schnelllebig, es gibt immer wieder neue Chancen, fast wöchentlich, täglich neue Updates. Dann kommt Clubhouse, dann kommt Tiktok, dann gibt es neue Features auf LinkedIn, und ich glaube diese Chance als Unternehmen dort mit Kunden und Stakeholdern zu interagieren, sich seine Communities aufzubauen, das sind Möglichkeiten wie sie noch nie zuvor existiert haben. Und ich glaube da gibt es extrem spannende Chancen für Unternehmen. Plus dann mit den Kunden und verschiedenen Stakeholdern in Kontakt zu treten, was tätlich ein Game Changer in der externen Kommunikation und Unternehmenskommunikation ist.

Was das Konzept der Markenbotschafter ist

Grundsätzlich ist es so, wenn man sich mal heutzutage viele Unternehmen anguckt, besonders die großen Unternehmen, sei es jetzt Tesla, Volkswagen, Apple, man sieht immer wieder die, die klassischen CEO nicht hinter den Marken, sondern vor den Marken. Sei es jetzt Elon Musk oder Herbert Diess, sei es vielleicht auch Steve Jobs damals bei Apple, man merkt, dass diese Unternehmen ein Gesicht bekommen. Tesla beispielsweise, die haben 13 Millionen Follower auf Twitter, während Elon Musk 74 Millionen Follower hat. Das heißt, viele Unternehmen nutzen teilweise auch die Personal Brand ihrer Geschäftsführer, ihrer CEO, um die Unternehmenskommunikation über deren Plattformen zu spielen. Die Antwort darauf ist eigentlich ziemlich leicht, denn Customers like People and not Brands. Und für uns als Unternehmen ist es halt sehr wichtig, dass wir unsere Kunden dahingehend beraten, starke Communities aufzubauen. Und die Basis sind selbstverständlich der CEO und die Vorstände, aber auch gleichzeitig die Führungskräfte und die eigenen Mitarbeiter.

Die Belegschaft kann ihre kommunikative Strahlkraft ausnutzen, um das eigene Unternehmen halt als Magnet für neue Talente, Kunden oder für Umsatzwachstum zu nutzen. Es gibt eine Studie dazu, dass 15 Prozent aller Konsumenten auf die Botschaften eines Unternehmens vertrauen, während 83 Prozent aller Konsumenten auf die Empfehlungen von Menschen vertrauen, die sie kennen. Da kann man stark sehen, warum viele Unternehmen dazu tendieren, ihre Unternehmensbotschaften über ihre Führungskräfte oder vertrauenswürdige Personen zu kommunizieren, statt einfach über ihre anonymen Brands oder ihre Corporate Channels. Und wir helfen letzten Endes Unternehmen dabei diese Kommunikationsstrahlkraft ihrer Mitarbeiter, ihrer Belegschaft und vor allem auch ihrer Führungskräfte zu nutzen, um eben ihre Marken zu personifizieren und dann im nächsten Schritt beispielsweise neue Talente akquirieren zu können, neue Kunden zu binden oder gegebenenfalls auch einfach Umsatzwachstum zu schaffen, in dem man über die Kommunikation der Mitarbeiter beispielsweise zum eigenen online Shop weiterlinken kann.

Wie die Markenbotschafter gesteuert werden

Dennoch ist natürlich die Aufgabe eines Beratungsunternehmens, wenn man mit einem Unternehmen ein solches Programm einführt definitiv, dass man diese Herausforderungen, das sind beispielsweise rechtliche Herausforderungen, Stichwort Impressumspflicht bei Corporate Influencern, sowas existiert. Oder andere Herausforderungen wie was passiert, wenn ein Mitarbeiter, ich sage jetzt mal im Namen meines Unternehmens, was definitiv nicht passieren sollte, weil die Mitarbeiter immer für sich selbst sprechen sollten, aber was ist, wenn jetzt ein Mitarbeiter beispielsweise Negativbotschaften vermittelt und das dann irgendwie mit meinem Unternehmen in Verbindung gebracht wird, das existiert natürlich. Da gibt es verschiedenste Herausforderungen und die sind zu minimieren, wie man das ganze macht, da gibt es verschiedenste Ansätze, es gibt, es gilt vor allem die Mitarbeiter zu schulen, das ist das wichtigste, niemand wird einfach rausgelassen und auf sich alleine gestellt, das heißt die Mitarbeiter werden geschult in einem professionellen Umgang mit sozialen Medien. Im zweiten Schritt sollten sogenannte Social Media Guidelines für die eigene Organisation aufgesetzt werden, dann sollten gegebenenfalls auch Sprachregelungen getroffen werden. Wichtig vor allem ist auch, dass die Mitarbeiter, dass ihnen bewusst wird, dass sie immer für sich selbst sprechen und nicht im Namen des Unternehmens, dabei gibt es so typische Floskeln wie, ich bin stolz, dass in meinem Unternehmen oder meiner Meinung nach, solche typischen Floskeln die halt dort verwendet werden, um halt die Botschaften persönlich zu machen, dass man merkt, okay, die Mitarbeiter sprechen für sich selbst und nicht im Namen des Unternehmens, weil sie keine Unternehmenssprecher oder irgendwie Geschäftsführer sind. Das ganze kann am Ende des Tages trotzdem noch in gewisser Weise natürlich negativ assoziiert sein, Gefahren sind immer, aber ich sage immer so schön, wenn man, also sonst dürftest du auch morgens nicht aus dem Haus gehen, du könntest auch von einem Auto überfahren werden, wenn man wegen allen Gefahren sich zu Hause einschließt und gar nichts macht dann wird man keinen Progress erreichen. Es gilt auf jeden Fall die Chancen auszunutzen und die Herausforderungen zu minimieren.

Wie konkret ein Corporate Influencer aufgebaut wird

Bei der Einführung eines Corporate Influencer Programms verfolgen wir einen zehn Schritte Plan. Im Groben kann man das mal so skizzieren, dass zunächst wichtig ist im ersten Schritt, dass ein solches Thema in die Unternehmenskultur verankert wird. Das ist ein langfristiges Thema, was ich häufig merke auch im deutschen Mittelstand ist, dass man anfängt, oh, schau mal, Jörg hat um 14.00 Uhr heute auf LinkedIn gepostet, muss der nicht arbeiten? Dieses typische Old School Thema, dass man davon ausgeht, dass Menschen dafür bezahlt werden von Nine to Five auf Ihrem Stuhl zu sitzen und dort zu arbeiten, dass solche Themen wie Social Media bitte außerhalb der Arbeitszeit gemacht werden. Ich glaube, da ist ein Paradigmenwechsel in vielen Unternehmen notwendig. Und dass man dort Awareness im Unternehmen schafft und sagt, hey, das ist Teil eurer Arbeit, das ist Teil eurer Aufgabe, ihr seid Kommunikatoren, ihr seid das Gesicht unsere Unternehmens. Und das Ganze ist definitiv eine Win-Win Situation, wir wollen die Mitarbeiter bekräftigen und befähigen. Und gleichzeitig, dass das Leadership-Team auch sowas sieht und die Mitarbeiter dabei definitiv auch unterstützt. Das ist so ein Company Culture Thing. Und bevor wir sowas nicht geschafft haben und nicht implementiert haben, die Awareness auch nicht im Board für diese Themen da ist, dann braucht man an sich das Projekt gar nicht erst starten, weil damit steht und fällt das Ganze. Im zweiten Schritt ist wichtig, dass man erstmal strategisch betrachtet, welche Gruppen habe ich in meinem Unternehmen und welche Betreuung benötigen die. Weil das ist ganz wichtig, dass beispielsweise ein 60-jähriger Vorstandsvorsitzender einen ganz anderen Support benötigt als eine 24-jährige Marketingmitarbeiterin. Die vielleicht sich super mit sozialen Medien auskennt, die aber vielleicht ganz andere Themen und Positionierungen hat, und auch ganz andere Kontakte in ihrem Netzwerk, Skills, Kommunikationsfähigkeiten hat als beispielsweise der CEO des Unternehmens.

Das heißt, wir klassifizieren vor allem nach Top-Down-Prinzip diese Mitarbeitergruppen und Teilnehmergruppen dieser Programme. Warum top down? Es ist häufig so, dass die Motivation der Teilnahme eines solchen Projektes damit einhergeht, dass man sieht, dass die Führungskräfte, vor allem Boardmember oder der direkte Line Manager, mit gutem Beispiel vorangehen kommunikativ, das ganze Thema pusht. Und man merkt halt häufig, dass dann sage ich jetzt mal – nicht despektierlich gemeint -, die normalen Sachbearbeiter oder die Menschen, die in der Hierarchiestufe Regelfall weiter unten angesiedelt sind, dass die nicht intrinsisch starten, zu kommunizieren, weil es sollen ja erstmal die Chefs in gewisser Weise anfangen. Das heißt, dabei ist es wichtig, dass man diese Teilnehmergruppen zum einen nach den Skills differenziert, plus dass man einmal schaut, okay, welche Hierarchiestufe haben sie und in welcher Intensität benötigen sie Support. Vor allem die Boardmember – oder das heißt jetzt einfach im Mittelstand einfach der Geschäftsführer -, vor allem die benötigen tieferen und expliziteren Support bei dem Aufbau ihrer Personal Brand, bei der Kommunikation, als es jetzt jemand anders vielleicht tut, der in der Außenwahrnehmung für ein Unternehmen gar nicht so relevant ist. Sind diese ersten Schritte getan, handeln eigentlich die nächsten Schritte rund um das Thema Schulung von Mitarbeitern, Gewinnung von Mitarbeitern, Bekräftigung dieser. Das heißt, man arbeitet man vor allem mit Menschen, die gewillt sind, das Ganze zu machen, die sollen intrinsisch sagen, hey, ich sehe einen Vorteil in der Teilnahme an einem solchen Projekt. Und ich bin gewillt, das Ganze zu unterstützen. Möchte jemand das nicht intrinsisch unterstützen, besteht definitiv ein Konflikt. Und dann ist es schwierig, die Menschen dazu zu zwingen. Und dann werden die Ergebnisse auch nicht in die Richtung gehen, wie man sich sie wünscht. Es gibt verschiedenste Punkte, warum auch für Mitarbeiter es wertvoll sein könnte, an einem solchen Programm teilzunehmen, beispielsweise man kann sich connecten mit anderen.

Man kann up-do-date bleiben über Branchentrends. Man kann sein eigenes Personal Branding optimieren, man kann seine eigene externe Wahrnehmung so bilden, wie man gerne in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden möchte. Sollte man immer noch als Unternehmen Probleme haben, die Mitarbeiter für sich gewinnen zu können, gibt es spannende Tricks. Das meiste dreht sich um das Thema Gamification. Wir haben bei vielen Kunden so kleine Spielchen eingebaut. Und haben dann, nachdem wir sie für das Programm gewinnen konnten, sowas gemacht wie, der erfolgreichste Post innerhalb der Belegschaft wird mit 200 Euro Gehaltserhöhung, Bonuszahlung gekürt. Oder man bekommt ein Essen mit Frau oder Freund oder wie auch immer. Und solche kleine Bonusspielchen. Und dann kann man beispielsweise innerhalb des Unternehmens einen Hashtag implementieren. Und dann können die Mitarbeiter immer ihr Unternehmen posten, nutzen diesen Hashtag. Damit nimmt man immer automatisch an diesem Gamification teil oder an diesem Wettbewerb teil.

Und man pusht sich immer und hat immer innerhalb der Belegschaft so einen kleinen Wettkampf, wer den besten Post macht. Das sind so ein paar Sachen, die Mitarbeiter zu überzeugen, hat man dann angenommen 500 Mitarbeiter, 100 Leute haben Lust daran teilzunehmen- Dann geht es darum, diese Mitarbeiter zu schulen. Es kann je nach Plattform und je nach Wissensstand der Mitarbeiter in die verschiedensten Richtungen gehen. Und sind dann die Mitarbeiter innerhalb dieser Schulungen geonboardet, kann man auch verschiedene Handouts mit an die Hand geben: So kannst du in zehn Schritten ein erfolgreiches Profil aufstellen. Dann kann man vielleicht noch ein Handout mit an die Hand geben: So schreibst du einen erfolgreichen Post. Und dann können sie sich das nach dem Workshop nochmal in Ruhe anschauen, man könnte auch eine wöchentliche Aufgabe rausschicken, Aufgabe der Woche: Schreibe einen Post über die aktuellen Geschäftszahlen oder poste etwas über euer letztes Teamevent, und dann könnte man solche kleinen Aufgaben rausschicken. Es gibt noch Möglichkeiten, das mit bestimmten IT-Tools zu untermauern, wie kann man Corporate Influencer Programme vielleicht noch besser monitoren, dass man vielleicht sogar über bestimmte Apps Posts vorschreiben kann, die die Mitarbeiter übernehmen können, und, und, und.

Es sind letzten Endes immer die privaten Profile der Mitarbeiter, und sie können selbstverständlich auch mal über das Thema New Work oder Diversity oder irgendwas sprechen, was gegebenenfalls nichts mit dem eigenen Unternehmen zu tun hat. Man kann vielleicht auch mal irgendwie was über Politik oder irgendwelche Themen aus der Branche sprechen, die vielleicht auch nicht mit dem eigenen Unternehmen oder dem Arbeitgeber zusammenhängen. Das heißt, wir geben im Prinzip dem Mitarbeiter oder unseren Kunden beziehungsweise den Mitarbeitern unseres Kunden alle Tools mit an die Hand, um erfolgreich in den Medien zu kommunizieren. Und der Effekt dahinter ist, dass die Mitarbeiter einen Profit daraus haben, ihr Personal Branding zu optimieren. Und der Kunde beziehungsweise der Arbeitgeber hat halt die Möglichkeit, dass die Mitarbeiter halt eine Strahlkraft auf das Unternehmen auswirken.

Was sind die Erkenntnisse aus dem Konzept des Markenbotschafters

Was wir halt gemerkt haben zunächst, ist einfach, dass Mitarbeiter beziehungsweise Privatpersonen im Schnitt ein Netzwerk haben, das 20 Mal größer ist als das des Unternehmens. Würden im Schnitt nur zwei Prozent aller Mitarbeiter Unternehmensinhalte teilen, sind sie für 20 Prozent der gesamten Interaktion verantwortlich. Das heißt, die Mitarbeiter haben eine viel größere Reichweite, interagieren zwar viel weniger mit Unternehmensinhalten, sind aber dadurch wieder ganz stark für die Interaktion des Unternehmens zuständig. Was zum einen zeigt, dass die Strahlkraft der Mitarbeiter und dass dieses einem Unternehmen ein Gesicht geben extrem gut funktioniert. Und was wir gemerkt haben, ist, der erste Schritt ist definitiv dieses Corporate-Influencer-Programm zu implementieren, aber was ist dann der nächste Schritt? Und das spannende ist dann, wenn deine Marke zu einer Love Brand wird und dass deine Community wirklich so stark ist.

Und dabei spricht man immer von Community Building, dass selbst deine Kunden aus freien Stücken zu Markenbotschaftern werden, dann hast du es als Unternehmen wirklich geschafft und einen super kommunikativen Job gemacht. Und da merkt man, dass es nicht nur auf LinkedIn heutzutage funktioniert, sondern auch vielleicht bei jüngeren Generationen, die anfangen ihre Sneaker, ihr neues Auto oder vielleicht ihren Eistee auf Social Media zu teilen. Oder selbst typische Baby Boomer vielleicht im Alter meiner Eltern sogar, die ihre Weber Grill in die WhatsApp Story packen. Und dabei sieht man bei vielen Marken und auch in der Kommunikation, in dieser typischen Natur geht es immer um soziale Zugehörigkeit oder Gruppenzugehörigkeit. Und seien es jetzt selbst die Mitarbeiter, die abends am Esstisch sitzen oder mit Freunden in der Bar über die eigene Arbeit reden oder auch vielleicht die Kunden, die ebenfalls in ihrem sozialen Umfeld über ihren Konsum von Produkten oder Dienstleistungen sprechen. Das wichtige ist, selbst die Mitarbeiter, die man als Corporate Influencer hat, aber auch gleichzeitig die Kunden, dass man diesen Menschen eine Plattform gibt, diese Kommunikation, die sie jeden Tag betreiben, sei es jetzt über das neue Mac Book, über das neue Auto, über den neuen Weber Grill. Diesen Menschen eine Plattform zu geben, das Ganze nicht mehr nur im geschlossenen Kreis mit zwei, drei Leuten am Tisch offline zu machen, sondern am besten digital.

Wie konkret der Aufbau eines Markenbotschafters bei TikTok funktioniert

Wenn wir mal beim Thema Tiktok bleiben, ist auf jeden Fall wichtig, dass sich die Unternehmen erstmal trauen, dahinzugehen. Die wenigsten Unternehmen vor allem im deutschen Mittelstand sind überhaupt auf den Plattformen vertreten, das heißt, der erste Schritt ist erstmal, dass wir Unternehmen davon überzeugen können, diesen Need zu sehen auf den moderneren Plattformen. Wo Short-Video-Content gerade extrem In ist, nicht mehr nur bei den jüngeren Zielgruppen, sondern mittlerweile auch bei älter werdenden Menschen. Und das Alter der Zielgruppe wächst halt mit den Plattformen mit. Das ganze steht und fällt dann natürlich mit einem Content Plan. Was auf Instagram vielleicht noch ziemlich einfach ist – Menschen machen dann erstmal ihre Hausaufgaben und machen diese Basic-Sachen wie Frohe Weihnachten, Happy Valentinsday und sowas, und dann kommuniziert man ein bisschen, okay, heute haben wir hier Weihnachtsfeier und so, da macht man erstmal diese Basics. Auf Tiktok funktioniert sowas nicht ganz so, das heißt, es ist ein sehr, sehr schnelllebiges Medium. Und wenn man erstmal dort ist, gibt es sehr viele Trends. Das ganze basiert immer wieder auf verschiedenen Sounds und auf kurzen Video-Schnipseln.

Und diese Sounds, die sind immer wieder am Trenden. Das heißt, die sind in den Trends, man kann kurz schauen, okay, wie kann man diesen Sound adaptieren, und wie kann man diesen Trend auf meine eigene Brand vielleicht auch anwenden. Dabei kann man verschiedene Bilder von seinem Unternehmen malen. Man kann äußerst professionell wirken und ein sogenanntes Content Marketing, vielleicht auch Aufklärung machen. Bleiben wir beim Beispiel Weber Grill. Dann erklärt man vielleicht in 15 Sekunden, wie man seinen Grill sauber macht oder wie man das Steak am besten brät. Es gibt aber auch viele Sachen, wo man über sogenannte Memes, über lustige Inhalte, über Witze seine Community bildet. Und halt immer wieder sieht, wie dann Menschen anfangen, mit diesen Marken zu kommunizieren, zu interagieren und im nächsten Schritt gegebenenfalls auch über diese Produkte des Unternehmens selbst sprechen. Wo es dann schwieriger wird, wenn eine Marke im B2B-Bereich tätig ist. Dann versucht, besonders mit Endkonsumenten, vielleicht auch mit jüngeren Zielgruppen, auf diesen Plattformen zu interagieren. Da bedarf es auf jeden Fall strategische Schritte, das ist schwieriger, weil man hat kein Produkt in der Hand, was man irgendwie vermarkten kann. Man kann auch nichts wie an einen Shop linken. Dabei geht es vor allem darum, wie kann ich denn Menschen für meine Marke begeistern, wie kann ich gegebenenfalls auch Employer Branding betreiben- Wwie kann ich Blicke hinter die Kulissen geben, meinem Unternehmen ein Gesicht geben, zeigen, dass es vielleicht cool ist, sich mal bei mir zu bewerben, weil ich super Trainee Placements habe. Oder ich kann vielleicht auch eine Ausbildung bei mir starten. Wir arbeiten da im Regelfall mit OKR zusammen, das heißt, das sind die Objectives, wie sind die Key Results, wie wollen wir die erreichen?

Man muss natürlich hier unterscheiden zwischen persönlichen Accounts beispielsweise eines CEOs oder den Corporate Accounts. Während wir auf LinkedIn viele persönliche Accounts haben und Personal Brands, die sehr viel mehr Interaktion haben als die Corporate Accounts, wo es auch definitiv empfehlenswert ist stark über die Personal Brands zu kommen und die Unternehmenskommunikation gegebenenfalls auch über die Gesichter des Unternehmens zu spielen, ist Tiktok als Plattform noch ein bisschen anders gestrickt. -Dass wir dort im Regelfall die Corporate Accounts unterstützen. Das heißt nicht per se, dass ein CEO nicht auf Tiktok sein kann, aber das einmal kurz zur Abgrenzung. Sollten wir jetzt einen Corporate Account haben, hat man die Möglichkeit selbstverständlich, das Gesicht des CEO sowie der Führungskräfte zu nutzen und dort zu positionieren. Und dort mit denen gemeinsam beispielsweise Content zu machen, sei es jetzt amüsant auch, also Meme basiert oder macht man gegebenenfalls eher etwas Professionelleres. Nimmt man aber mal das Beispiel, dass tatsächlich ein CEO sagt, hey, Tim, wir möchten mich selbst auf Tiktok positionieren und ich möchte selbst da aktiv werden, dann kann man sich wirklich hinsetzen und gucken, welche Themen interessiert denn meine Follower oder die Community, die ich betreue. Dann könnte man bestimmt auch Themen finden wie Tagesablauf eines COs, wie läuft vielleicht so eine Woche ab. So ein bisschen Behind-the-Scenes, dass einfach mal junge Menschen mitgenommen werden oder dass man vielleicht erzählt, wie kommt man überhaupt zu einem solchen Job, zu einem CEO oder was hat man studiert oder einfach mal wirklich transparent Einblicke geben.Und dann fragen vielleicht welche, dann baut man eine Community auf.

Was Tim als Startpunkt in den Sozialen Medien empfiehlt

Wenn ich jetzt eine Plattform empfehlen sollte, würde ich sagen, geht auf jeden Fall zu LinkedIn. Das ist der Place-to-be. Aktuelle Trends besonders im HR-Wesen zeigen, dass viele Bewerbungsgespräche aktuell beispielsweise über LinkedIn oder soziale Medien durchgeführt werden. Ich kann mir vorstellen, dass in den nächsten Jahren gegebenenfalls sogar CV auslaufen, dass man die gar nicht benutzen wird. Portale wie LinkedIn werden da auch in Zukunft das ganze gegebenenfalls ersetzen. Und es gibt heutzutage so viele Trends im Zuge der Digitalisierung, dass man aus dem Homeoffice arbeiten kann, dass man vielleicht sogar von überall aus der Welt arbeiten kann. Das heißt, der gesamte Jobmarkt der ganzen Welt wird sich in Zukunft noch viel stärker liberalisieren. Das heißt auch Studenten heutzutage aus Deutschland haben vielleicht die Möglichkeit für Unternehmen aus LA oder Südafrika oder sonst wo zu arbeiten, weil man einfach heutzutage von überall und immer irgendwie arbeiten kann. Wenn man jetzt startet, glaube ich, kann man auch den wichtigsten Effekt, die wichtigsten Jahre von LinkedIn mitnehmen. Man muss netzwerken, um diese Vorteile auszuschöpfen. Passiv dort zu sein wird einem nicht die Erfolge bringen die die Plattform verspricht.

Und das wichtige beim Netzwerken ist, dass niemand erfolgreich ohne eine Community ist. Das heißt, es ist immer ein Geben und Nehmen, man muss sich mit Menschen austauschen, netzwerken, interagieren und offen für die Inhalte und Konversationen mit den Menschen sein. Wenn man selbst kommuniziert, ist es das absolut wichtigste, dass man immer einen Mehrwert liefert, was könnte meine Kontakte, was könnte meine Follower, was könnte meine Freunde da draußen interessieren, dass sie sagen: Wow, vielen Dank Jörg, dass du dieses Thema mit mir geteilt hast. Du hast mir wirklich Mehrwert heute geliefert. Und wenn man Mehrwert liefern möchte ist es wichtig für die Positionierung, für das Personal Brandingseine eigene Nische zu haben. Man spricht heutzutage über Part-Leadership, das heißt, wie kann ich Meinungsführer in meinem Gebiet werden, spannende Themen kommunizieren, Mehrwert schaffen. Und dass Menschen sehen, okay, jemand kommuniziert immer über dieses eine Thema, der scheint dort Experte zu sein. Das heißt, man erarbeitet sich somit den Titel eines Meinungsführers auch in der öffentlichen Wahrnehmung. Also, Mehrwert liefern, Nische finden, und der dritte Punkt in der Kommunikation: authentisch sein. Ich glaube, Menschen merken das heutzutage bei der Konsumlast von sozialen Medien, wenn jemand irgendwas macht, was er nicht gerne macht oder wo er nicht hinter steht. Das heißt, authentisch dabei zu sein ist, glaube ich, der dritte Punkte, den ich gerne den Kollegen mit an die Hand geben würde.

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