Podcast: Wie Bianca “Mindful Social Media” definiert und praktiziert (de)

Bianca Fritz ist gelernte Journalistin, arbeitet aber schon seit einige Jahren als Coach für Social Media. Sie kombiniert das mit dem Thema Achtsamkeit und macht daraus ihr Konzept von „Mindful Social Media“. Wie das funktioniert, erzählt sie in diesem Podcast.

Und dies ist nun der siebte Teil dieser Serie, in diesem Fall die deutschsprachige Version. Es gibt 14 Tage später dazu auch noch eine englischsprachige Übersetzung.

Beginn der Transkription:

Wie Bianca zu Social Media gekommen ist?

Meine letzte Festanstellung war bei einem Elternmagazin, da habe ich die Onlineredaktion geleitet. Und bin dort tiefer eingetaucht in das Thema Social Media. Und das hat mich einfach ganz tief fasziniert, weil ich wirklich so das Gefühl habe, endlich hat jeder die Möglichkeit mit seiner Botschaft raus zu gehen und gesehen zu werden und seine Follower zu finden.

Zugleich habe ich eine Yoga-Lehrer-Ausbildung gemacht. Also ich meine, Du kennst ja die ganze Medienwelt, das ist recht stressig und man braucht da irgendwie einen Ausgleich. Und ich habe den in Yoga und Achtsamkeit gefunden. Und habe dann gleichzeitig auch festgestellt, dass ich da in eine Welt komme, wo die Menschen ganz stark Berührungsängste haben mit dem Thema Marketing und immer denken, oh, Marketing ist pure Selbstdarstellung und besonders auch Social Media. Und noch Hochglanzbilder und so weiter.

Und das hat mich dann gereizt, wie schafft man es, ihnen eine Möglichkeit zu geben, dass sie sich selbst darstellen, aber so, dass es zu ihren Werten passt, sodass es zu ihren Visionen passt. Wie schaffen wir es, diese Medien quasi für uns zu nutzen, anstatt Sklaven dieser Medien zu werden?

Und an diesem Schnittpunkt bewege ich mich. Und das, was ich anbiete, nenne ich „Mindful Contentmarketing“. Ich helfe den Leuten da ihre Positionierungen zu finden, ihre Sprache zu finden, und dann aber auch einen Workflow zu finden, wie sie das wirklich einbetten können in ihrem Alltag.

Welche Rolle die Frage nach dem Warum spielt

Ich stelle tatsächlich dieses Warum ganz stark in den Fokus. Das ist auch, was ich eins zu eins mit jedem Kunden und jeder Kundin bearbeite. Wir bleiben nicht bei dieser Ebene, die viele Unternehmen quasi schon als das Warum sehen. Da gibt es ja zum Beispiel Nike just do it oder Apple think different. Und ich würde sagen, ich gehe einfach nochmal ein paar Ebenen tiefer, ich frage dann nochmal warum, also was ist denn der Gewinn, was muss denn anders werden, warum sollen wir überhaupt anders denken. Und Just do it: Reicht wirklich purer Aktionismus oder in welche Richtung geht denn der Aktionismus? Also wirklich, warum willst du es, bis wir ganz tief bei einem Grundbedürfnis ankommen. Und das hilft dann schon enorm, weil es ganz, ganz viel vorgibt tatsächlich für die Kanalauswahl, für die Wahl der Sprache, für die Bildsprache und so weiter. Wenn ich weiß, welches grundsätzliche Bedürfnis möchte ich eigentlich in den Fokus stellen. Also zum Beispiel, wenn Menschen sagen, hey, mir geht es eigentlich um Verbindung. Dann gibt das schon ganz, ganz viel auch für ihr Marketing vor, nämlich dass sie zum Beispiel gut daran tun, eine Community auszubauen und wirklich ganz stark mit der Community in Verbindung zu treten. Dass sie ihr Marketing wirklich auch schon in diese Art und Weise nutzen. Dass sie eigentlich ihr Warum schon mit ihrem Marketing erfüllen und nicht erst mit dem Produkt. Das ist meine Idee.

Wenn wir wirklich ganz stark auf die Geschichte der einzelnen Personen gucken, also welche Muster haben sich in ihrem Leben immer wieder gezeigt. Aber auch, und das ist ganz spannend, weil ich habe bisher noch keinen Fall erlebt, bei dem das nicht gleichzeitig die Schnittstelle war, wo sie automatisch auch immer das Bedürfnis hatten, in diesem Punkt auch zu helfen, in diesem Punkt auch nach draußen zu gehen.

Ich nenne das immer das große Warum. Der Satz, den wir da erarbeiten, der gilt nicht nur für das Unternehmen, sondern der gilt auch darüber hinaus. Als Entscheidungsgrundlage kann man von dort aus dann weiter gehen und sich überlegen, okay, aber wie setze ich das jetzt momentan in meinem Business um. Es ist so, dass sich so viel in unserem Business immer wieder verändert, unsere Zielgruppe kann sich verändern, unser Produkt kann sich verändern. Wollen agil bleiben, wir wollen wirklich auch flexibel bleiben.

Und da finde ich es einfach so hilfreich, wenn man einen Warum-Satz hat, der bleibt. Also vielleicht mal als Beispiel. Mein Warum-Satz: Ich unterstütze die, die Gutes in die Welt bringen, gesehen und verstanden zu werden. Wenn man guckt, was ist es für ein Grundbedürfnis, dann geht es da um Anerkennung, um das Gesehen werden, Anerkennung ist immer ein furchtbares Wort, mit dem alle ganz was Negatives verbinden. Aber gesehen werden, das will eigentlich jeder, das ist ein Grundbedürfnis, das wir haben.

Und das ist ein Grundbedürfnis, bei dem ich den Menschen helfen möchte. Zielgruppe habe ich darin auch definiert: Die, die Gutes in die Welt bringen. Das kann ich ja auf viele verschiedene Arten und Weisen machen. Im Moment unterstütze ich die Solo-Unternehmer, die sich schwer tun mit dem Marketing, dass sie diese kostenlosen Möglichkeiten, die sie haben mit dem Online-Marketing für sich nutzen. Aber ich könnte mit demselben Warum zum Beispiel auch für eine NGO in der PR-Abteilung arbeiten, wenn ich hinter denen stehe. Dieses Warum ist relativ flexibel.

Viele meiner Kundinnen und Kunden sind auch tatsächlich so multi-passionierte Scanner-Persönlichkeiten, haben verschiedene Ausbildungen und möchten eigentlich auch verschiedene Dinge anbieten. Und für die Kommunikation hilft das enorm, wenn sie trotzdem einen gemeinsamen Nenner haben, weil dadurch bleiben sie glaubwürdig, auch, wenn sich der Rest immer wieder verändert. Aber wenn sie immer wieder sagen, das zahlt alles auf mein Warum ein, dann hilft das in der Glaubwürdigkeit, hilft das in der Authentizität der Kommunikation.

Nicht jeder geht dann direkt mit dem Warum-Satz nach draußen, vielen ist der zu groß und zu persönlich, als dass sie direkt damit nach draußen gehen. Oft braucht es wie einen zweiten Satz, der dann in Richtung Elevator-Pitch geht. Beim Warum-Satz kann man bei Worten bleiben, die einen selber wirklich berühren, wo man wirklich sagen kann, okay, dafür stehe ich jeden Morgen auf, das passt.

Das große Warum: Wenn man dann in der Strategie damit weiter arbeitet, werden daraus kleinere Warums. Dass man wirklich immer ganz intentional vorgeht und sich fragt, warum will ich jetzt wirklich auch noch Tiktok noch dazu nehmen, passt das wirklich auch wieder zu meinem großen Warum? Passt das zu allem, was ich vermitteln möchte? Und wenn dieses Warum zu immer kleineren Warums wird, dann wird es irgendwann auch zu dem Warum für jeden einzelnen Post. Warum möchte ich das nach außen geben, ist das wirklich hilfreich für die Menschen da draußen? Und wenn man dann in das Thema Mindfulness hinein geht, zu dem Thema, warum nehme ich gerade mein Handy zur Hand?

Wie Bianca Wunschkunden definiert

Was tatsächlich hilft, ist diese Idee, die genaue Definition von der Wunschkundin, die man hat, dass man sich da wirklich eine Person ausdenkt, wie tickt die, was hält die nachts wach, was wünscht die sich von meinem Kanal. Und wenn man sich die immer als Gegenüber nimmt, wenn man seine Posts schreibt oder seine Storys einspricht, als würde man tatsächlich mit dieser Person in eine Interaktion treten, dann kommt da tatsächlich – obwohl das ja ein sehr persönlicher Zugang ist – eine gewisse Anonymität rein, weil ich nicht mehr jeden Einzelnen sehe.

Ich arbeite ganz stark mit Journaling-Fragen, also die uns einfach helfen, diese Person ein bisschen besser zu verstehen. Also eben zum Beispiel, was hält sie nachts wach. Das finde ich zum Beispiel eine ganz, eine ganz tolle Frage. Und dann aber auch immer wieder der Rückbezug, wie kannst du bei diesem Thema helfen, damit auch wieder diese Schnittstelle entsteht. Die demografischen Faktoren: Da bin ich aber tatsächlich extrem zurückhaltend. Also es ist mir relativ egal oder den meisten meiner Kundinnen und Kunden ist es relativ egal, was für ein Geschlecht jemand hat oder wo er wohnt oder wie alt die Person ist. Die demografischen Faktoren werden oft nur dann wichtig, wenn sie tatsächlich mit dem Produkt zusammenhängen, also wenn es zum Beispiel ein Kurs für Teenager ist, dann ist natürlich das Alter wichtig. Dann gehe ich in die soziografischen Faktoren rein. Was liest die Person, mit wem umgibt die sich, welchem sozialen Status ordnet sie sich zu? Und auch da bleiben wir relativ an der Oberfläche und fragen uns, was brauchen wir, damit wir uns eine konkrete Person gegenüber vorstellen können?

Und dann kommen eben die eher emotionalen Faktoren. Das ist mein Lieblingsbereich. Und was tatsächlich auch hilft, um sich dieser Persona anzunähern, ist auch die Frage, mit wem möchte ich eigentlich wirklich gerne zusammenarbeiten? Und gab es da vielleicht schon mal aus vorherigen Zusammenarbeiten oder auch in meinem Freundeskreis, gibt es eine Person, mit der ich mir das richtig gut vorstellen kann. Und dann kann man sich sehr stark an dieser Person orientieren, aber auch die Dinge weglassen, bei denen man sagt, okay, die passen vielleicht nicht so ganz. Oder ersetzen durch andere Charaktereigenschaften.

Wie Bianca den Prozess definiert

Ich habe ja das Buch „Mindful Social Media Marketing“ geschrieben. Und da sage ich immer: Das ist auch für Strategiemuffel, weil wir im Grunde genommen einfach gemeinsam die W-Fragen beantworten. Also wir legen eben diese tiefe Grundlage mit dem Warum und gehen vom Warum dann eben nochmal in verschiedene Formulierungen hinein, dass man einen Elevator Pitch und einen Claim herausarbeitet. Dann stellt sich die Frage des Wunschkunden, das „Für wen?“, dann die Frage des „Wo“, also die Auswahl der Kanäle, dann das „Was“, die Ausarbeitung der eigenen Themen. Ich arbeite dann mit einer Mind Map, bei der in der Mitte das Warum steht, in der Ecke steht der Wunschkunde mit seinen speziellen Eigenschaften. Und der schaut hoch zu dem Warum, damit ich schon das immer im Blick habe, wenn ich tatsächlich die Themen ausfülle, dass ich für diese Person eigentlich mein Warum erfüllen möchte. Und nur deshalb gehe ich in meinem Marketing auf bestimmte Themen auch ein. Dann kommt natürlich die große Frage des Wie. Und das finde ich so spannend gerade auf Social Media, dass ganz, ganz viele, die mit Social Media Marketing anfangen, fragen nur nach dem Wie. Die fragen nur, wie sollte ein Post gestaltet sein, wie schneide ich meine Reels, wie oft muss ich posten, all diese Wie-Fragen. Und haben aber diese unteren Schritte gar nicht gemacht.

Und diese Wie-Fragen, klar, da ist ein bisschen Handwerk mit dabei, also zum Beispiel, dass man auf einem Instagram-Post einfach die Schrift sofort lesen können sollte. Und dass der Text auf eine gewisse Art und Weise aufgebaut sein wollte, damit die Leute dran bleiben und bis zum Schluss lesen. Aber vieles beantwortet sich eben schon, wenn man die unteren Stufen angeschaut hat.

Und die letzte Frage, ich habe das auch immer so ein bisschen als Berg quasi aufgebaut, die ist dann das Wann und die Frage nach dem Workflow. Wie schaffe ich es, das in meinen Alltag zu integrieren? Von wie oft muss ich posten bis hin zu wann bereite ich eigentlich was vor, wird das automatisch gepostet oder gehe ich da selber immer wieder mit rein, auch mit meiner Energie, wenn ich diesen Post nach draußen gebe.

Also all diese Fragen beantworten sich dann im letzten Teil. Und das ist tatsächlich auch der Teil, das finde ich auch ganz spannend, der sich am häufigsten verändert, wo es auch am meisten Flexibilität braucht, um rauszufinden, was bin ich für ein Planungstyp, was liegt mir, was passt jetzt gerade in meiner Lebensphase wirklich zu mir.

Ich habe das selber festgestellt, dass in einem Programm, bei dem du einfach die Strategie mit deinen Coachies erarbeitest, dass du das fast nicht schaffst, die auch noch zu einem guten Workflow zu bringen. Deshalb habe ich da inzwischen auch ein aufbauendes Jahresprogramm daraus gemacht. Wo die Leute tatsächlich jeden Monat den Content planen, wieder schauen, wie fühle ich mich mit meiner Planung, was hat gut funktioniert letzten Monat, was hat nicht so gut funktioniert, wo passe ich was an.

Ich arbeite da mit den Ayurvedischen Energien, mit Pitta, Kaffa und Wata. Was war im letzten Monat vorherrschend? War das so dieses ehrgeizige Pitta, ich habe ein Ziel, ich arbeite darauf hin, ich habe zum Beispiel einen Launch, ich habe einen Verkauf, meine Posts sind dadurch auch ganz klar strukturiert und vorgeplant und ich poste regelmäßig. Bin ich in dem Wata-Modus, in dem ich spielerisch bin, wo ich kreativ bin, wo ich viele Interviews auch führe, in Kommunikation trete mit anderen, Spaß habe mit meiner Community. Oder bin ich in dem Kaffa, wo alles ganz klar strukturiert ist und geerdet. Und auch Offline-Zeiten eine wichtige Rolle spielen. Kaffa bringt einen auch immer wieder in die Ruhe.

Und welche dieser Energien fehlt mir eigentlich, also was kann ich diesen Monat wieder mehr integrieren, damit ich insgesamt in meiner Kraft bleibe. Weil machen wir uns nichts vor: Contentmarketing ist ein Marathon, das dauert einfach. Eine Community aufzubauen, die einem vertraut und die dann auch von einem kauft, das ist ein langfristiger Prozess. Und nichts, wo man einfach losrennt und sagt, ich poste jetzt jeden Tag und dann werde ich ganz schnell wachsen.

Welche Rolle Reflexion und Planung spielen

Wenn du sagst, okay, Planung ist nichts für dich, dann ist das keine Planungssession, sondern dann ist das einfach eine Reflexionssession, hey, wo stehe ich denn im Moment, was brauche ich denn, damit regelmäßig Content rauskommt.

Und manchmal kann das einfach sein: Diesen Monat brauche ich die absolute Freiheit, diesen Monat braucht ich Narrenfreiheit. Und will einfach wirklich nur was rausgeben, wenn ich Lust habe. So geht es mir oft nach einem Launch. Wenn ich ein Programm rausgebracht habe und ganz klar auf diesen Launch hingearbeitet habe. Und am Schluss ganz, ganz viel es wirklich auch um das Thema verkaufen ging, dann brauche ich danach wieder dieses spielerische, muss das wieder ganz stark integrieren.

Dann mache ich blödsinnige Reels, und das ist mir völlig egal, ob die gerade was mit meinem Thema zu tun haben. Aber ich brauche das, um mich wieder zu verbinden mit dem Content Marketing, dass mir das wieder Spaß macht und dass ich da wieder gerne raus gehe.

Auf welchen Kanälen Bianca sich positioniert

Mein Hauptkanal ist tatsächlich Instagram, das funktioniert eigentlich bei mir am besten. Und ich mag auch die Formate, die mir da zur Verfügung stehen. Das ist, was ich den Leuten immer ganz klar rate, dass sie darauf achten, hey, wo zieht es dich denn hin, auf welche Formate hast du so richtig Lust, sie zu produzieren. Die Lust ist einfach etwas ganz Wichtiges, auch der Umgangston, der einem liegt. Und da ist Instagram für mich einfach ein toller Kanal

Ich möchte aber in diesem Jahr tatsächlich auch wieder mehr Fokus auf meinen Blog legen. Also das fehlt mir so ein bisschen, dass ich mehr in die Tiefe gehen kann bei einem Thema, und dass ich die Themen einfach auch zurückholen möchte bei mir auf die Website. Weil oft habe ich ein Thema schon so tief durchdacht, um es dann wieder in so eine Kurzform hineinzubringen, also entweder in die 2.200 Zeichen, die eben in einen Postingtext passen bei Instagram oder vielleicht auf ein 15-sekündiges Reel herunterzubrechen.

Ich nutze für die Vorplanung für Instagram und Facebook das Facebook Creator Studio. Das funktioniert für mich sehr gut, einfach, weil es das Tool ist, das von Facebook auch selber angeboten wird. Ich schaue trotzdem, dass ich zu der Zeit, wo der Post online geht, also falls ich ihn vorgeplant haben sollte, auch online bin, einfach, weil ich ihn dann nochmal in der Story teilen kann, weil ich dann nochmal kurz etwas dazu erzählen kann zu dem Post.. Und so automatisch auch mehr Wirbel um diesen Post herum entsteht und auch eine Interaktion dann auch zustande kommt.

Welche Rolle die Gestaltung der Posts bei Bianca spielt

Ich komme ja von der Textseite, Gestaltung ist bei mir so ein bisschen unter ferner liefen. Ich nutze Canva für die Gestaltung, habe sehr selten Vorlagen, die ich verwende. Und das finde ich auch eigentlich ein gutes Vorgehen, dass ich immer den Leuten, meinen Klienten und so weiter auch empfehle, dass sie nicht zu stark an der Vorlage bleiben, weil in dem Moment entfernen sie sich von dem, was sie eigentlich wirklich vermitteln wollen.

Wie Bianca Netzwerkbildung betreibt

Besonders für die Leute, die Marketing betreiben, ist für mich die Hauptproblematik, dass die private Nutzung des Netzwerkes, also das: Ich sitze auf meinem Sofa und ich nutze das eigentlich gerade zur Zerstreuung. Und ich scrolle so durch und ich lasse mich treiben, dass sich das von dem Marketinginstrument, also wirklich, jetzt arbeite ich an meinem Marketing, sehr schwierig trennen lässt. Und am Schluss entsteht dann oft dieses Gefühl, ich bin Stunden lang auf Social Media und es passiert aber nicht viel, ergo, Social Media Marketing bringt nichts.

Wenn man aber wirklich mal rein guckt, wie viel Zeit hast du denn damit verbracht, Posts nach draußen zu bringen, Mehrwert Posts, mit deiner Community aktiv und gezielt in Kontakt zu treten oder auch aktiv und gezielt deine Community zu erweitern, also was hast du wirklich gezielt für intentionale Marketingmaßnahmen genutzt, dann ist diese Zeit oft ein Bruchteil davon.

Und so simpel es klingt, aber eine der Lösungen ist: Dein Wecker ist dein bester Freund, jedes Handy hat einen integrierten Wecker. Und wenn man zum Beispiel sagt, okay, ich gehe jetzt in sogenannte Socializing-Aktivitäten, die mir helfen, mein Netzwerk zu erweitern. Also zum Beispiel bei Instagram gibt es ja die Möglichkeit, dass ich mir Profile von Menschen anschaue, die die gleiche Zielgruppe haben, wie ich. Schaue, wer folgt denen und folge denen auch und trete mit denen in Interaktion, das ist eine gezielte Netzwerkerweiterungsaktivität, die man machen kann. Und eine für die man sich ganz dringend einen Wecker stellen sollte.

Das ist immer tatsächlich diese echte Interaktion suchen. Also dieses aktive Erweitern des Netzwerkes, aber natürlich auch das Reagieren auf Kommentare, das Reagieren auf Nachrichten, also das Pflegen der eigenen Community. Und wenn man jetzt die Zeitblöcke anschaut, die ich so in dem Workflow vorsehe, dann sehe ich unter Socializing tatsächlich auch das Aufnehmen von Storys, so dieses spontane Aufnehmen von Storys, dieses reinquatschen, die Leute einfach teilhaben lassen. Das sehe ich auch als einen Teil von Socializing, weil es sehr stark dem Vertrauensaufbau und der Nähe auch dient.

Was Authentizität auf Social Media ausmacht

Das Thema Authentizität ist riesig und total spannend. Ich habe neulich etwas gelesen was Seth Gordon dazu gesagt hat und das hat mich richtig getriggert. Weil er gemeint hat, seid bloß nicht authentisch, authentisch sind Kleinkinder. Kleinkinder sind die einzigen, die authentisch sind, weil die schreien, wenn ihnen was nicht passt und die lachen, wenn sie was großartig finden. Also da kommt einfach immer ungefiltert alles nach draußen.

Und das ist natürlich nichts, was wir auf Social Media sehen wollen, weder die ganz großen negativen Emotionen als auch die ganz großen positiven Emotionen. Sondern wir wollen das tatsächlich durch einen Filter schon gefiltert haben.

Und jetzt kann man sagen, okay, was ist daran dann wieder authentisch. Ich lege aber wiederum den Filter mit dem Warum an, und sage, warum zeigst du denn jetzt gerade, wie du dich gefühlt hast, was hat deine Community davon, hat die was davon? Und wenn man diesen Filter anlegt, dann passiert das zum Beispiel auch weniger stark, dass man die Leute mitnimmt in ein Thema, das man selber noch nicht sortiert hat.

Ich nehme da vielleicht ein konkretes Beispiel, weil dann ist es einfacher. Eine Heilpraktikerin, die ich interviewt habe, die hat selber ganz stark traumatische Erlebnisse gehabt in ihrer Kindheit, wo klar ist, sie arbeitet daran, sie wird das aber in ihrem Leben nicht gelöst bekommen. Zugleich bietet sie das in ihrer Arbeit an, weil sie kennt einfach diese Methoden, sie weiß, wie man da vorgeht. Und sie vermischt das natürlich mit ihren Geschichten. Und sie zeigt auch ganz authentisch an Tagen, wo das einfach bei ihr wieder hochkommt. Und dann sagt sie wieder an anderen Tagen, okay, das und das habe ich gemacht und jetzt geht es mir wieder besser. Auch das ist eine Möglichkeit, aber eben immer mit dieser Brille, haben diejenigen, die mir jetzt hier gerade zuschauen, haben die da was davon, dass ich mich jetzt gerade authentisch zeige?

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