Ich habe in den letzten Wochen ein kleines Tool gebaut, das mir in meinem redaktionellen Alltag enorm hilft: einen minimalistischen KI-Writer direkt im WordPress-Editor. Keine überladenen Plugins, keine unnötigen Features – sondern genau das, was ich brauche.
>>> Hier gibt es das Plugin zum Download
Warum ich dieses Plugin entwickelt habe
Viele KI-Plugins für WordPress sind entweder zu komplex, zu teuer oder passen nicht sauber in meinen Workflow.
Ich wollte stattdessen eine Lösung, die:
- direkt im Gutenberg-Editor sitzt,
- exakt drei frei definierbare Prompts nutzt,
- strukturierte Inhalte erzeugt: Titel, Text und Auszug,
- sich sauber in bestehende Inhalte integriert.
Vor allem wollte ich die Kontrolle behalten – sowohl über Inhalte als auch über interne Verlinkungen.
Was das Plugin kann
Der Mini AI Writer ist bewusst reduziert, bietet aber genau die Funktionen, die im Alltag zählen.
KI-Generierung direkt im Editor
- Auswahl von bis zu drei individuell definierten Prompts
- Eingabefeld für Rohtexte, zum Beispiel aus PDFs oder Notizen
- Ausgabe als strukturierte Daten:
- Titel
- Inhalt als WordPress-konformes HTML
- Auszug
Inhalte ersetzen – mit Sicherheitsabfrage
Bestehende Inhalte können gezielt überschrieben werden – aber nur nach Bestätigung. Das verhindert versehentliche Verluste.
Smarte interne Verlinkung
Ein zentrales Feature ist die halbmanuelle interne Verlinkung:
- Auswahl von bis zu fünf Produkten aus WooCommerce
- Auswahl von bis zu fünf Seiten oder Beiträgen
- Die KI entscheidet selbst, ob und wie diese sinnvoll eingebunden werden
Zusätzlich möglich:
- optionaler Produktblock am Ende des Beitrags
- keine automatischen Spam-Links
- keine erfundenen URLs
Das sorgt für saubere, kontrollierte SEO.
Warum halbmanuell statt vollautomatisch?
Ich habe mich bewusst gegen eine Vollautomatik entschieden.
Die Vorteile dieser Lösung:
- volle Kontrolle über die Links
- keine falschen oder irrelevanten Verknüpfungen
- bessere SEO-Qualität
- deutlich weniger Debugging
Die KI bekommt nur das, was sie wirklich nutzen darf.
Technischer Ansatz
Das Plugin basiert komplett auf WordPress-Bordmitteln:
- Gutenberg Sidebar mit React
- eigene REST-API-Endpunkte
- keine externen Frameworks
- keine unnötigen Abhängigkeiten
Die KI-Anbindung unterstützt derzeit:
- OpenAI
- Mistral
Falls kein Modell gesetzt ist, greift automatisch ein Fallback. Das verhindert typische Fehler.
Wie dieses Plugin entstanden ist – im Dialog mit einer KI
Ein entscheidender Punkt: Dieses Plugin ist in enger Zusammenarbeit mit einer KI entstanden – konkret im Dialog mit ChatGPT.
Das Besondere daran war nicht, dass die KI einfach Code geschrieben hat, sondern wie iterativ und präzise dieser Prozess ablief.
1. Vom Problem zur ersten Lösung
Ich habe zunächst ein sehr konkretes Problem beschrieben:
„Ich bekomme beim Generieren einen unbekannten Fehler. Kann das am Modell liegen?“
Die KI hat daraufhin:
- mögliche Ursachen eingegrenzt,
- einen Fallback für fehlende Modelle vorgeschlagen,
- und gleichzeitig die Fehlerausgaben verbessert.
Ergebnis: Statt „Unbekannter Fehler“ bekam ich plötzlich konkrete Hinweise wie:
- fehlender API-Key,
- falsches Modell,
- Verbindungsproblem.
2. Iterative Verbesserung statt Einmal-Lösung
Ein weiteres Beispiel war die Formatierung:
„Die Zwischenzeilen sind mit ** markiert – das passt nicht für WordPress.“
Daraufhin wurde nicht einfach irgendetwas geändert, sondern:
- der Prompt systematisch angepasst,
- eine HTML-Struktur erzwungen,
- Markdown explizit ausgeschlossen.
Das Ergebnis: direkt Gutenberg-kompatibler Output ohne Nachbearbeitung.
3. UX-Fragen statt nur Code
Ein besonders typischer Dialog war eher konzeptionell:
„Soll bestehender Content ersetzt werden können – mit Sicherheitsabfrage?“
Die Antwort war keine reine Code-Lösung, sondern eine Abwägung:
- Welche UX-Risiken entstehen?
- Welche typischen Nutzerfehler sind realistisch?
- Welche Absicherung ist sinnvoll?
Erst danach wurde die technische Umsetzung ergänzt.
4. Feature-Entwicklung im Gespräch
Die interne Verlinkung ist ein gutes Beispiel für echte Co-Entwicklung.
Ausgangspunkt war die Frage:
„Kann die KI automatisch Produkte verlinken?“
Im Dialog entwickelte sich daraus eine deutlich bessere Lösung:
- Das Risiko falscher Links wurde erkannt.
- Die halbmanuelle Auswahl wurde als Alternative vorgeschlagen.
- Die Auswahl wurde auf fünf Produkte und fünf Inhalte begrenzt.
- Für die KI wurden klare Regeln definiert: keine erfundenen URLs.
Das ist kein Feature von der Stange, sondern das Ergebnis mehrerer Iterationen.
5. Debugging als Dialog
Auch Fehler wurden nicht einfach behoben, sondern gemeinsam analysiert.
Die typische Schleife sah so aus:
- Ein Fehler tritt auf.
- Ich liefere konkrete Rückmeldung.
- Die KI analysiert gezielt.
- Die Lösung wird angepasst.
Das spart enorm Zeit gegenüber klassischem Trial-and-Error.
Was man daraus mitnehmen kann
Die Zusammenarbeit mit einer KI funktioniert besonders gut, wenn:
- Probleme konkret beschrieben werden,
- Zwischenschritte getestet werden,
- Entscheidungen bewusst getroffen werden und nicht blind übernommen werden.
Die KI ist dabei kein Ersatz für eigene Entscheidungen – sondern ein sehr effizienter Sparringspartner.
Lizenz und Nutzung
Das Plugin stelle ich kostenlos zur Verfügung.
Du darfst es:
- nutzen,
- anpassen,
- weiterentwickeln.
Wichtige Hinweise:
- Die Nutzung erfolgt auf eigene Verantwortung.
- Ich übernehme keine Haftung.
- Ich leiste keinen Support.
Feedback ausdrücklich willkommen
Auch wenn ich keinen Support anbiete: Ich freue mich sehr über Ideen, Verbesserungsvorschläge und Hinweise auf Probleme.
Denn genau so ist dieses Plugin entstanden.
Fazit
Der Mini AI Writer ist kein All-in-One-Tool. Und genau das ist seine Stärke.
Er ist:
- schlank,
- kontrollierbar,
- effizient,
- und passt sich dem eigenen Workflow an.
Für mich ist er inzwischen ein fester Bestandteil meiner redaktionellen Arbeit (bzw. die Weiterentwicklung davon…).
Vielleicht ja bald auch für Dich.